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Pfälzer Wald, Deutschland

Napoleon lässt grüßen

Die klassischen Wege.

Wie ein Kunstwerk bedarf auch ein klassischer Kletterweg einer Interpretation. Eine Route lebt nicht zuletzt durch die Ereignisse, die mit ihr verbunden sind – das macht sie so einzigartig.

Es ist nun schon seit Jahren Brauch, das ich an meinem Geburtstag in der freien Natur unterwegs bin. Meistens geht es an solchen Jubeltagen in ein schönes Klettergebiet, wo man sich nach Herzenslust austoben kann. So auch diese Mal, als wir in den Pfälzer Wald fuhren.

Wir hatten die Idee, ein ganzes Wochenende lang bekannte klassische Türme und Nadeln im Dahner Felsenland mit seinen erodierten Gesteinsformationen zu klettern – und zwar auf den Routen, die von den damaligen Eroberern erstbegangen wurden. Hier finden sich schmale Risse zum Klemmen oder enge Kamine, Verschneidungen zum Piazen, griffige Wabenwände oder kleine vorspringende Kieselsteine und auch Reibungsplatten. Die Routen sind – sogar für pfälzer Verhältnisse – oft sehr spärlich abgesichert, was in der historischen Entwicklung der Pfalzkletterei begründet liegt. Hier ist viel Kreativität im Umgang mit Klemmkeilen und -geräten gefragt.

Je nach Lust und Laune werden also im recht griffigen Sandstein unterschiedlichste Klettertechniken gefordert. Eine tolle Sache, bedeutet die Kletterei neben dem Faktor Abenteuer auch viele Stunden in einer wunderschönen sonnendurchfluteten Landschaft an abwechslungsreichem Fels. Was gibt es schöneres, als am eigenen Geburtstag mit der Freundin durch die Wälder zu ziehen, tolle Routen zu klettern und die Zeit gemeinsam zu verbringen. Das ist für mich ein Highlight, auf das ich mich das ganze Jahr freue.

Abends dann am Bärenbrunnerhof gibt es einen dampfenden Teller Schupfnudel, bevor es in den kuscheligen Schlafsack geht. Ein leckeres Bier für die nötige Bettschwere rundet unseren Klettertag ab.

Beschreibung

Erstmal die Lage checken:

Begehung:

13. – 15. Mai 2006, zusammen mit Kirsten Steimel

Ausgangsort:

Bärenbrunnerhof bei Schindhard, Pfälzer Wald, Deutschland

Absicherung:

Stände sind in der Regel mit Ringen eingerichtet, pro Seillänge findet man ein paar Zwischensicherungen, der Rest ist mobil abzusichern.

Hinweis:

Vorsicht vor allem im Frühjahr und nach längerem Regen, denn dann verliert der offenporige Sandstein an Festigkeit und kann sehr brüchig werden – es sind schon zahlreiche Unfälle passiert!

Ausrüstung:

60 m Einfachseil, 1 Satz Klemmkeile, 1 Satz C4-Camalots, Schlingen

Kulinarische Empfehlung:

Jahreszeitliche Spezialitäten von leckeren Wildgerichten mit Pfifferlingen über Elsässer Flammkuchen bis zur herbstlichen Keschdezeit mit neuem Wein zu Kastaniencreme-Suppe und Saumagen.
Meine Restaurant-Tipps:

» Zur alten Gerberei in Annweiler (www.gerberei.de)

» Wasgauperle in Dahn (www.wasgauperle.de)

» Vereinigung der Pfälzer Kletterer (www.pfaelzer-kletterer.de)

» Bärenbrunnerhof – Szenetreff, Klettershop und Zeltplatz (www.gaststaette-baerenbrunnerhof.de)

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Weitere Informationen:

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