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Skjálfandi, Island

Kaldakinn

Endstation Sehnsucht.

Viele suchen lange – nach ihrem Traum.
Wir fanden Eis – und es war ein Traum.
Ein kleiner Teil von uns wird für immer träumen.

Eines unserer Hauptziele steht unmittelbar bevor. Seit Beginn unserer Planungen steht Kaldakinn – Islands Filetstück in Sachen Eisklettern – ganz oben auf der Wunschliste. Kaldakinn bietet einzigartige Möglichkeiten, hier fließen Eisfällen direkt ins raue Meer.

Montag, 9. Februar 2009

Ankunft im Eiskletter-Eldorado Kaldakinn. Nachdem wir unseren 4x4 Jeep erst einmal ordentlich im Tiefschnee eingegraben haben erkennen wir, dass es in diesem Gebiet für die Fortbewegung wohl ein anderes Arbeitsgerät braucht. Und das kommt auch sogleich um die Ecke gefahren – Pétur eilt uns mit seinem Land Rover zu Hilfe. Nachdem wir unseren „Plastikjeep“ ausgegraben haben, machen wir uns sofort daran, das Gebiet zu erkunden und die Eisverhältnisse zu checken.
Ein generelles Problem beim Eisklettern auf Island ist die Lawinengefahr, etliche Gebiete sind besonders von Lawinen bedroht!

Es gibt in Island keinen Lawinenlagebericht, so wie man das vielleicht aus dem Alpen gewohnt ist. Kenntnisse und die nötige Zeit zur eigenen Beurteilung sind unbedingt erforderlich! Durch Schneefall in Kombination mit den meist starken Winde kommt es sehr schnell zu großen Triebschneeansammlungen. Speziell in Kaldakinn haben wir einige Lawinenabgänge erlebt, hier ist erhöhte Vorsicht geboten! Neben den bekannten Seacliffs gibt es eine 4 km lange Felswand, die in verschiedenen Sektoren aufgeteilt ist. Hier reihen sich viele Klettermöglichkeiten mit fantastischen Routen aneinander. Auch einige Erstbegehungen können hier noch gemacht werden. Uns fällt ein markanter Eisschlauch auf, der sich wohl erst in diesem Jahr sehr gut ausgebildet hat. Auf älteren Bildern sieht man den Streifen nie durchgängig vereist.

Das Eiskletterrevier befindet sich auf dem Privatgrund von Pétur Hlöðver, der hier – gemeinsam mit seiner Frau Konny – die seit dem 18. Jahrhundert in Familienbesitz befindliche Farm Björg betreibt. Die beiden besitzen einen feinen Humor und es macht viel Spaß, mit ihnen abends zusammen zu sitzen.

Dienstag, 10. Februar 2009

6:00 Uhr morgens, Pétur kommt zu uns: „It’s terribly cold outside“ – mir leuchten die Augen. -12 °C zeigt der Thermometer an – das sieht gut aus! Wir haben glücklicherweise eine längere Frostperiode hinter uns, ein eisiger Wind weht vom Festland in die Eisfälle. Heute ist die Zeit für den Eisschlauch gekommen! Also Steigeisen an und los geht’s. Der perfekte Eisklettertag nimmt seinen Lauf – das Ergebnis: Halli Gully, WI5, 120 m, 2 SL lang. Eine tolle neue Route im Sektor Girnd in Kaldakinn.

Die kommenden Tage bieten jede Menge Eiskletterei. Mal harte Arbeit, mal Genuß pur. In der Route Upprisa svínanna arbeite ich mich mit Gunter und Marco durch eine eiskalte Dusche (der Eisfall führt noch reichlich Wasser) und am Standplatz darüber versuchen wir mühsam, unsere Eisschrauben und Karabiner für die nächste Seillänge zu enteisen. Die Route verlangt uns alles ab, Wasserstreifen wechseln mit unglaublich harten Eispassagen. Aber immer haben wir viel Spaß dabei – beim Klettern wie auch abends am Küchentisch. Zur Entspannung geht es danach in die heiße Lagune Jarðböðin am Mývatn-See.

Freitag, 13. Februar 2009

Wir sind an den Seacliffs, um dort Routen direkt am Meer zu klettern. Der Standort ist extrem – der Wind pfeift uns ordentlich um die Nase, das Meer peitsch seine Wellen mit voller Wucht gegen den Fels und verursacht dabei einen Höllenlärm. Energie pur – ungezähmt und wild! Allein das Ambiente sorgt für einen extra Adrenalin-Schub.
Für uns sind diese unvergesslichen Tage der krönende Abschluss einer erfolgreichen Eiskletterexpedition in einem Land, das neben spektakulären Naturgewalten und atemberaubenden Landschaften auch viele liebenswerte Menschen beheimatet.


Beschreibung Girnd

Erstmal die Lage checken:

Erstbegehung:

„Halli Gully“: 10. Februar 2009, zusammen mit Marco Hardiman

Ausgangsort:

Farm Björg in der Bucht Skjálfandi, zu erreichen von Akureyri auf der Road #1 Richtung Osten, weiter auf der Road #85 Richtung Húsavik, dann Road #851 bis zur Farm Björg am Ende der Straße. Ab hier 3 km per Land Rover bis zu den Eisfällen (keine Chance für normale 4x4 Jeeps).

GPS-Koordinaten:

N 65° 57' 10", W 17° 35' 43" (» Google Maps)

Schwierigkeit:

WI5

Länge:

120 m, 2 SL; die restlichen Routen im Sektor Girnd sind Mehrseillängen-Routen bis 150 m

Absicherung:

Abseilvorrichtungen müssen selbst eingerichtet werden, es sind keine Bäume oder Abseilstellen vorhanden.

Hinweis:

Lawinengefahr unbedingt beachten! Die Schutthänge im Zustieg haben über 40° Hangneigung, über vielen Eisfällen befinden sich Wiesenhänge mit über 40° Hangneigung.

Unsere Routen-Highlights:

» Upprisa svínanna, Halli Gully, Græðgi

Empfehlenswerte Unterkunft vor Ort:

Farm Björg (bei Hlöðver Pétur Hlöðversson)
641 Björgum, Húsavík
Tel: +354-464-3636, Mobil: +354-867-1105
E-Mail: hp.bjorg@simnet.is

» Pétur Hlöðversson (www.bjorgum.is)

Beschreibung Seacliffs/Glassúr

Ausgangsort:

Farm Björg, ab hier 5 km per Land Rover bis zu den Eisfällen (keine Chance für normale 4x4 Jeeps).

GPS-Koordinaten:

N 65° 59' 22", W 17° 38' 22" (» Google Maps)

Schwierigkeit:

WI4 – 5

Länge:

50 m lange Routen in wildem Küstenambiente

Absicherung:

Abseilvorrichtungen müssen selbst eingerichtet werden, es sind keine Bäume oder Abseilstellen vorhanden.

Hinweis:

10 Routen, es hat noch Potential für einige Mixedrouten

Unsere Routen-Highlights:

» Úr djúpinu, Glassúr

» Mario Sertori @ UP Climbing (www.up-climbing.com …)

» Albert Leichtfried (www.albertleichtfried.at …)

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Weitere Informationen:

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