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Tipps’n’Tricks

Ausrüstung

Hier ein paar Tipps für unsere geliebte Ausrüstung.

Der Bergsport mit seinen verschiedenen Disziplinen gehört zu den eher materialintensiven Sportarten. Man muss aber kein Materialfetischist sein, um das Beste aus seiner Ausrüstung herauszuholen. Mit handwerklichem Geschick lassen sich einige Komponenten leicht verbessern.

Kleines 1x1 der Schuhwerkstatt

Zum Reparieren von Kletterschuhen benötigt man drei Spezialkleber, um sämtliche Defekte zu beheben: Kövulfix, AllStarGum black und ShoeGoo.
Kövulfix ist ein Kleber aus dem Schusterhandwerk, der Leder und Gummi dauerhaft zusammenklebt. Dadurch bekommt man Gummikanten, die sich vom Obermaterial (Synthetik oder Leder) lösen, wieder perfekt und dauerhaft zusammen.
AllStarGum black und ShoeGoo sind Spezialkleber, die für die Reparatur von Skateboardschuhen entwickelt wurde – dort hat man es häufig mit durchgescheuertem Material und aufgerissenen Stellen zu tun. Während man mit AllStarGum black Löcher im Gummi, z. B. an der Schuhspitze behandeln kann, werden Löcher im Obermaterial mit ShoeGoo bearbeitet.

» Leider ist keiner der drei Kleber durch einen anderen ersetzbar. Die Investition lohnt sich trotzdem, denn mit dem richtigen Kleber kann die Lebensdauer von Kletterschuhen um einiges verlängert werden.

Kletterschuhe anpassen – Customizing

Um enge Kletterschuhe schneller an den Fuß anzupassen, gibt es ein paar effektive Tricks. In der Regel beschränken sich die Probleme auf den Zehengelenkbereich zwischen Grund- und Mittelglied. Die alte Hausfrauenmethode, mit dem Besenstiel den Schuh zu weiten, ist bei einem Kletterschuh kontraproduktiv – denn der Schuh soll ja nicht verlängert, sondern nur an den Druckstellen geschmeidiger werden. Dies funktioniert am besten mit Wärme und Feuchtigkeit. Also den Kletterschuh unmittelbar vor dem Klettern an den entsprechenden Stellen mit heißem Wasser durchfeuchten und dann klettern. Dadurch bekommen die Druckstellenbereiche den benötigen Platz, den sie auch ohne Behandlung früher oder später einnehmen werden. Wir beschleunigen damit also lediglich den Anpassungsprozess. Im Anschluss lassen wir den Schuh trocknen, so dass sich die neue Form nun dauerhaft festigt – fertig ist der eingetragene Kletterschuh. Bei Boulderschuhen, bei denen die Zehenbox komplett aus Gummi bestehen, können die Druckstellen von außen etwas mit einer Schlichtfeile bearbeitet werden, dadurch benötigen die Zehengelenke nicht so viel Kraft, um sich auszudehnen (an diesen Stellen ist der Gummi produktionsbedingt ohnehin meist zu dick).

» Die Kletterschuhe nur an den schmerzhaften Druckstellen bearbeiten, ohne dabei die Länge des Schuhes zu verändern. Möglichst kleinflächig arbeiten, um den Schuh nicht unnötig zu weiten. Achte während der Anpassung darauf, dass der feuchte Bereich (dort ist der Verschleiß sehr hoch) beim Klettern keinen Kontakt zu Wand oder Tritt bekommt.

Hände tapen

Rissklettern macht sehr viel Spaß. Es kann aber auch einiges an Haut kosten, wenn man bei kalten Temperaturen klettert (dann ist die Haut spröde) oder die Technik nicht sauber beherrscht (dann rutscht man schneller ab). Um die Haut zu schonen, kann man die Hände tapen. Wie das geht, zeigt ein Video von Tom Randall und Pete Whittaker:

Quelle: YouTube, WildCountryClimbing

» Manchmal kommt man um das Tapen nicht herum – sei es prophylaktisch vor dem Klettern oder ambulant danach.

Eisgeräte, Eisschrauben und Steigeisen schärfen

Dieses etwas in die Jahre gekommene Video mit Michi Wärthl zeigt, auf was es beim Feilen und Schärfen ankommt und ist deshalb heute immer noch aktuell:

Quelle: Agentur Reiner Kopf

Trinksysteme für unterwegs

Bei Ganztagestouren – ob alpine Klettertour oder Hochtour – ist ausreichende Flüssigkeit entscheidend für eine kontinuierliche Ausdauerleistung. Und da es bei diesen Aktivitäten oft heiß her geht, gehen Pausen schnell in Vergessenheit. Die Resultate daraus sind Hunger-Ast (leere Kohlenhydratspeicher), Dehydration und – im Winter besonders kritisch – eine reduzierte Durchblutung der Finger und Zehen, verursacht durch zu wenig Flüssigkeit. Für Wenigtrinker ist dies ein besonders heikles Thema.
Für mich hat sich die Source Convertube in Kombination mit einem CamelBak-Mundstück bewährt. Vorteile: Keine Trinkblase, die aufwändig gereinigt und getrocknet werden muss – statt dessen eine oder zwei leichte PET- oder Platypus-Plastikflaschen im Wechsel. So hat man gleich noch eine bessere Übersicht über seinen Wasservorrat. Die CamelBak-Mundstücke sind die Besten auf dem Markt und passen auch auf Source-Schläuche. Adapter gibt es für Sigg-, Nalgene- und Evian-Flaschen.

» Wenn ich in alpinem Gelände unterwegs bin, habe ich in der Regel immer ein Trinksystem im Rucksack (abgesehen von winterlichen Eisklettertouren, wo man eher eine Thermosflasche dabei hat). So kann ich immer trinken, ohne meine Aktionen unterbrechen und den Rucksack abnehmen zu müssen. Wichtig ist bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, dass der Schlauch nach jedem Trinken wieder leer geblasen wird (Flüssigkeit zurück in den Trinksack), da er sonst relativ schnell zufriert und dann keine Flüssigkeit mehr angesaugt werden kann.


» Patagonia Reparatur- & Pflegeanleitungen (eu.patagonia.com …)

» Knotenverzeichnis (www.animatedknots.com)

» Vergleichstabelle Ultraleicht-Schlafsäcke (www.thenextchallenge.org …)

» Vergleichstabelle Biwacksäcke (www.thenextchallenge.org …)

» Vergleichstabelle Isomatten (www.thenextchallenge.org …)

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